Geschichte des Jugendraums
Am Anfang stand der Wunsch der Jugendlichen einen eigenen Raum für ihre gemeinsamen Interessen von der Kommune zu bekommen. Im Ort standen keine geeigneten Räumlichkeiten von Vereinen oder der öffentlichen Hand für die Jugendlichen zur Verfügung, so dass man bereits 1974 einen Antrag an die Entscheidungsträger der Politik stellte, für diesen zu sorgen. Begründet wurde der Antrag u.a. mit dem sicher berechtigten Slogan „Jugendliche raus aus der Kneipe“. Einzig die örtlichen Kneipen boten, verbunden mit dem üblichen Konsumzwang, die Möglichkeit sich in größerer Anzahl zu treffen. Trotz geeigneten Räumlichkeiten in öffentlichen Gebäuden, wurde den Jugendlichen lediglich ein Clubraum in einem Gasthaus für 2 Stunden die Woche zur Verfügung gestellt, so dass erkennbar war, dass den zuständigen Stellen die Bedürfnisse der Jugendlichen nicht besonders wichtig waren. So war es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass der Raum nur relativ kurz genutzt und der Mietvertrag in der Folge gekündigt wurde. Geblieben war indes der Wunsch nach einem geeigneten Raum. Dieser wurde in den Folgejahren mit der Inanspruchnahme privater Baulichkeiten, wie z.B. Schuppen und Ställen zumindest ansatzweise, nie jedoch zur Gänze befriedigt.
Mit Heinrich Gundelach, Andreas Müller und Udo Ahlborn, fand sich 1984 ein in der Öffentlichkeit geachtetes und schlagkräftiges Kompetenzteam für die Planung und Realisation des Vorhabens „offene Jugendarbeit in einer hierfür geeigneten Räumlichkeit“. Nach langem und zähem Ringen mit den örtlichen Politerkern, gelang es dann endlich Mitte 1984, mit Unterstützung der Dorfbewohner, einen Klassenraum in der Grundschule Schönhagen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Es wurde eine äußerst erfolgreiche Sammlung von Sach- und Geldspenden im Ort durchgeführt, die eine angemessene Einrichtung des Raumes erlaubte.
Durch eine sehr strenge und teilweise inakzeptable Nutzungsvereinbarung musste man sich absichern und so wurde im Oktober 1984 der eingetragene Verein „Ortsjugendgruppe Schönhagen“ gegründet mit Eintragung der OJG in das Vereinsregister wurde dann die Haftung ausschließlich auf den Verein übertragen und nahezu zeitgleich auch dessen Gemeinnützigkeit anerkannt.
Damit war der schwierigste Teil der Arbeit geschafft. Es bedarf an dieser Stelle wohl keiner näheren Erläuterung, dass der Raum sehr positv angenommen wurde und zahlreiche Aktivitäten stattfanden. Anfangs standen einige Dorfbewohner dem Treiben im neuen Jugendraum sehr skeptisch gegenüber und versuchten immer wieder den Ortsrat durch Beschwerden zum Schließen des Raumes zu bewegen. Allen diesen Anfeindungen wurde getrotzt und so haben gerade in den Anfangsjahren viele äußerst engagierte Jugendliche und Heran-wachsende zum geglückten Aufbau des Vereins und des Jugendraumes beigetragen. Jenen gilt heute unser besonderer Dank, sie haben um „ihren“ Jugendraum gekämpft und die Entwicklung bis heute zeigt, dass es ein sehr lohnenswerter Kampf war. In den folgenden Jahren machte sich die OJG auch in der Dorfgemeinschaft einen Namen, indem sie sich stark am Dorfleben und den Veranstaltungen beteiligte.
Es wurde über Jahre eine vereinseigene Zeitung gedruckt, der “Lutluier“, der über alles rund um die OJG informierte. Weiter fanden die ersten Dreikampfturniere mit kickern, nageln und darten im Jugendraum statt und auch die bis heute traditionellen Harzfahrten hatten 1985 ihren Anfang.
Auf Grund von damals noch wachsenden Schülerzahlen, wurde der ehemalige Klassenraum im Jahr 1991 wieder benötigt, so dass ein Ortswechsel des Jugendraumes erforderlich war. Nach langer Suche wurden die heutigen Räumlichkeiten gefunden und von der Stadt zur Verfügung gestellt. Die ursprüngliche Wohnung wurde in Eigenleistung Anfang 1992 umgebaut, so wurden Wände rausgerissen, WC-Anlagen für Damen und Herren gebaut und alles in den heutigen Zustand versetzt. Es war eine herausragende Leistung und auch hier gilt unser Dank den damals beteiligten Jugendlichen und Eltern. Mit Stolz können wir sagen, dass unser Jugendraum ein Schmuckstück ist und auch nach Jahren, durch Renovierungsmaßnahmen weiterhin super in Schuss gehalten wird.
So hoffen wir auch in Zukunft auf erfolg- und ereignisreiche Jahre der OJG Schönhagen.


